Parthenon

Antikes Griechenland:
Die Phylenreform des Kleisthenes

von Björn Böhling

1. Phylenreform im antiken Griechenland

Diese schriftliche Hausarbeit befasst sich mit der Phylenreform des Kleisthenes in Athen 509-507 v.Chr. Es wird untersucht, unter welcher Zielsetzung und aus welchen Motiven der Alkmaionide Kleisthenes die Reform durchführte und welche Auswirkungen sie auf die Polis hatte. Dabei stehen neben innenpolitischen vor allem militärische und außenpolitische Folgen im Mittelpunkt. Leitfragen sollen folglich sein: Welche Struktur hatte die Phylenreform? Wie kam sie zustande? Welcher Intention folgte sie? Und wie ist sie anhand der innen- und außenpolitischen Auswirkungen zu bewerten?

Zu diesem Zweck ist es unumgänglich zunächst auf die Gegebenheiten vor Kleisthenes einzugehen, da sie schon grundlegende Strukturen beinhalteten. Die Phylenreform wird in ihrem Ausmaß dargestellt und bildet das Zentrum, um die Hypothese zu überprüfen, dass sie der Ausgangspunkt für die Entwicklung Athens im 5. Jh. v. Chr. war. Die militärischen Auswirkungen der Reform werden anhand der Kriege Athens erläutert. Die Schlacht von Marathon unter der Führung des Miltiades des Jüngeren wird u.a. darüber Aufschluss geben. Die Darstellung bezieht sich zwar auch auf Themistokles und sein Flottenbauprogramm, stellt aber nur die Ergebnisse der Schlacht von Salamis dar, da eine tiefergehende Auswertung zu weit gehen würde. Ebenfalls wird auf die Darstellung des Ostrakismos verzichtet, der mit Kleisthenes in Verbindung gebracht wird, aber für das Thema nicht relevant ist.

Hauptquellen zur Phylenreform sind Aristoteles[1], Herodot sowie attische Inschriften. Während Aristoteles sich dem Thema aus verfassungsgeschichtlicher Sicht nähert, geht Herodot darauf nur kurz, dafür aber mehr auf soziale und geschichtliche Hintergründe ein. Über die Reform an sich ist eine Fülle von Literatur vorhanden. In den letzten Jahrzehnten wurden kaum neue Erkenntnisse gewonnen, dafür aber die bestehenden kontrovers diskutiert. Insbesondere die Frage nach der Intention des Kleisthenes ist in der Forschung umstritten.

Über das Leben des Kleisthenes ist wenig bekannt, dafür stand sein Werk, die Phylenreform, oft im Mittelpunkt der Forschung. Herodot sieht in der Reform die Einrichtung der Demokratie, nach Aristoteles war die Reform ein Mittel zur Mischung Attikas und Trennung von den Personenverbänden. Auf beides wird im Folgenden eingegangen. In der Literatur werden eigene Schlussfolgerungen gezogen. Christian Meier erkennt in der Reform die Begründung der Volksherrschaft durch das Prinzip der Gleichheit und durch die Institutionalisierung. Andere Autoren sind der Meinung, Kleisthenes habe sich nur selber gegen den Adel behaupten wollen, und Peter Siewert sieht in der Reform eine reine Heeresreform mit der Aufgabe, die verschiedenen Heeresabteilungen über zentrale Wege möglichst schnell zum Einsatz bringen zu können. Allerdings geht er dadurch nicht konform mit der geltenden Forschungsmeinung. Obwohl das tatsächliche Motiv des Kleisthenes schwer erfassbar ist, geht die Forschung heute davon aus, dass Kleisthenes das Volk mischen, Isonomie[2] herstellen und dabei natürlich auch politische Gegner ausschalten wollte.

Die schriftliche Darstellung wird durch eine Zeittafel ergänzt, was zur besseren Orientierung beitragen soll.

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[1] Die Literaturangabe für: Aristoteles; Dreher, Martin (Hrsg.): Der Staat der Athener, Stuttgart 1997, wird in den folgenden Fußnoten der Einfachheit halber nur noch mit Aristoteles, ‚AP’ für den Originaltitel (Athenaion Politeia) und der jeweiligen Kapitelnummer angegeben.

[2] Isonomie: ísos = gleich, némein = verteilen; Dahlheim geht bei seiner Begriffsdefinition von einer Gleichheit aller Athener, die Rechte in der Volksversammlung hatten, aus. Vgl. Dahlheim, Werner: Die griechisch-römische Antike, Herrschaft und Freiheit: Die Geschichte der griechischen Stadtstaaten, Paderborn u.a. 1992, S. 155. Auf den Begriff ‚Gleichheit’ wird im Folgenden noch Bezug genommen.
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