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6.2.1. Der Dienst in der Flotte und sozialer Aufstieg der Theten
Kriegsschiffe waren in der Antike Ruderschiffe. Es kam im Kampf vorrangig auf eine gute Beweglichkeit und auf Schnelligkeit an. Seit Ende der Tyrannis wurde die athenische Flotte stark ausgebaut. Hatten im 6. Jh. noch Korinth, Ägina, Samos und Milet die größten Kriegsflotten, änderte sich das Verhältnis rasch. In der Schlacht von Salamis 480 stellten die Athener bereits mit 160 Schiffen fast die Hälfte der insgesamt 378. Korinth und Ägina besaßen nur noch 40 bzw. 30 Kriegsschiffe. An dieser Stelle soll nur kurz über den strategischen und bauartbedingten Einsatz der Flotte eingegangen werden[70].
[70] Siehe Bleicken, J., S. 150-166. Auf diesen Seiten beschreibt Jochen Bleicken dies ausführlich. Siehe auch Welwei, K.-W., S. 49.
[71] Damit stiegen natürlich auch die Kosten. Der Sold für die Ruderer lag bei drei Obolen pro Tag, einem Betrag, der kaum das Existenzminimum einer kleinen Familie sicherte. Der Unterhalt einer ausgerüsteten Triere betrug ca. 100 Drachmen pro Tag (bei Übungen und im Kriegsfall) und eines Geschwaders von 60 ca. 1 Talent. Zu Beginn des Flottenbaus waren die Naukrarien für den Schiffsbau verantwortlich gewesen. Erst seit dem Programm des Themistokles wurde reichen Athenern für jeweils ein Jahr der Bau und die Instandhaltung, die Versorgung, der Unterhalt und Betrieb der Trieren übertragen (Triearchie), allerdings gab es von der Polis finanzielle Zuschüsse, die durch private Gaben der Triearchen ergänzt wurden. [72] Welwei, K.-W., S. 50. Siehe hierzu auch: Schachermeyer, Fritz: Die Sieger der Perserkriege, Große Persönlichkeiten zwischen Beifall und Mißgunst, Zur Problematik des geschichtlichen Erfolges, Zürich/Frankfurt 1974, S. 42. [73] Durch die militärische und politische Partizipation der Theten entwickelten diese in den nächsten Jahrzehnten ein ausgeprägtes politisches Bewusstsein, das sie aus der Passivität herausführte und sie zu einem aktiven Teil der Polis machte. Die Demokratie wurde so erst im Laufe der Zeit wirklich ratifiziert, weil sich nun wirklich alle Bürger für die Polis engagieren konnten. [74] Welwei, K.-W., S. 51. [75] Die genaue Anzahl der Bewohner Attikas ist nur sehr ungenau schätzbar. A.W. Gomme nennt für das Jahr 480 in Ehrenberg, V.: Der Staat der Griechen, Zürich 1965, S. 38, ca. 25.000 bis 30.000 kriegstaugliche Bürger, während Ehrenberg selbst die Zahl auf ca. 35.000 erhöht. Diese Zahl wird eindrucksvoll relativiert, wenn einfließt, dass die Athener bei der Schlacht von Salamis 480 mindestens 27.200 Ruderer für die Trieren brauchten. Allein für die Flotte bedurfte es folglich 32.000 Marinesoldaten. [76] Metöken waren zugewanderte Fremde, die ohne deren Bürgerrecht in einer griechischen Stadt lebten. Sie hatten nur wenige Rechte (z.B. die Anklage vor Gericht unter bestimmten Voraussetzungen), aber hohe wirtschaftliche Belastungen durch die monatliche Kopfsteuer. (Cartledge, Paul A., Übersetzung: Heckmann, A: Metoikos, in: DNP Bd. 8, Sp. 104ff.) [77] Sklaven wurden allerdings in Ausnahmefällen auch schon vor der Schlacht von Marathon auf Märschen zur Entlastung der Hopliten als Waffen- und Proviantträger eingesetzt. [78] Metöken kämpften auch gegen die unmittelbaren Nachbarn an der Seite der Athener und wurden vor allem während der Zeit des Attischen Seebundes durch Personalknappheit auch für die sich ständig vergrößernde Flotte geworben, allerdings bevorzugte man in erster Line Athener. Sklaven wurden im Notfall auch verpflichtet, jedoch war ihre reguläre Beteiligung zu dieser Zeit ausgeschlossen. |
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