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7.2. Der Ionische Aufstand in Kleinasien
Athens erste Intervention außerhalb der eigenen Landesgrenzen und in großer Entfernung vom attischen Festland geschah während des Ionischen Aufstandes.
Lefkas Betten
[90] Aristagoras hatte weitgehend persönliche Motive. Er hatte bis dahin den Perserkönig anerkannt, aber eine Expedition nach Naxos nicht erfolgreich beendet und musste nun mit Bestrafung rechnen (Zum Feldzug gegen Naxos und seiner Vorgeschichte siehe Herodot 5,30,2-5,35,2). Er wollte aber wohl auch selber in Ionien eine beherrschende Stellung gewinnen, und zudem fiel sein Vorschlag auf sehr fruchtbaren Boden. Die Unzufriedenheit der Griechen mit den Persern musste schon einen hohen Grad erreicht haben, so dass es nur noch einer Initialzündung bedurfte und die war Aristagoras. (U.a. mussten die Griechen für die Perser Streitkräfte stellen, Tribute leisten und der persische Karawanenhandel beeinträchtigte den ionischen Außenhandel.) Karl-Wilhelm Welwei gibt allerdings zu bedenken, dass die Vernetzung der wirtschaftlichen Zentren des weiträumigen Perserreiches den ionischen Handel nicht generell tangierte. An Stellen wie dem Hellespont, dem Bosporus und in Ägypten sei der griechische Handel sogar gestiegen. Es ist zu vermuten, dass die Einmischung der Perser einen psychologisch wirksamen Aspekt darstellte, der schon reichte, um eine Missstimmung bei den Griechen hervorzurufen. [91] Herodot 5,37,2-5,38,2. [92] Herodot verweist auch auf den langen Fußmarsch von drei Monaten bis zum Perserkönig als Grund für die Abweisung der Bitte durch Kleomenes I., vgl. Herodot 5,50,2 –5,50,3. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass die Spartaner die Persergefahr jetzt noch nicht allzu groß erachteten oder dass ihnen das Risiko zu groß war. [93] Herodot spricht in 5,97,2 von der Einfachheit der Täuschung von mehreren als einem. Bei dem Hintergrund der Verfahren in der athenischen Volksversammlung ist dies durchaus nachvollziehbar, denn das Prinzip der direkten Demokratie machte es möglich, dass sich auch derjenige durchsetzte der nicht die besseren Argumente hatte, aber stattdessen das Volk mitreißen und auf seine Seite bringen konnte. [94] Vgl. Welwei, K.-W., S. 30. [95] Die heimkehrenden Athener berichteten von der großen Gefahr, der sie in Kleinasien entkommen waren. Es ist allerdings weniger glaubwürdig, dass Furcht der Grund für den Rückzug war, da man allgemein von einer Konfrontation mit den Persern in der Zukunft ausging. |
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