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7.3. Die Landkriegsführung des Miltiades - Die Schlacht von Marathon
493 hatte Perserkönig Dareios die ionischen Küstenstädte, sowie die Inseln Chios, Lesbos und Tenedos zurückerobert und seine militärische Kraft auch gegen die Chersones und Propontis gerichtet. Als sich die feindlichen Schiffe näherten, hatte der Philaide Miltiades[96] der Jüngere fluchtartig seine Herrschaft auf Chersones verlassen und sich mit fünf Trieren nach Athen begeben. Miltiades, selbst athenischer Staatsbürger, hatte sich offenbar vom persischen Großkönig, dessen Lehensmann er gewesen war, gelöst, indem er sich am Ionischen Aufstand beteiligt hatte, eigenmächtig sein Herrschaftsgebiet um Lemnos erweitern wollte und die von ihm okkupierten Inseln an Athen übergeben hatte. „Als Treulosem drohte ihm Folterung, Verstümmelung oder Hinrichtung. Da gab er 494 seine Herrschaft auf und flüchtete zu Schiff nach Athen.“[97] Der Prozess, der in Athen gegen ihn wegen der Errichtung einer Tyrannis in Chersones angestrebt wurde, endete mit einem Freispruch durch das Volksgericht. So war Miltiades frei für die auf ihn wartenden Aufgaben.
[96] Zu Miltiades, bzw. den Philaiden siehe auch: Die Genealogie der Philaiden, in: Kinzl, Konrad: Miltiades-Forschungen, Wien 1968, S. 1ff und Stanton, G.R., S. 195ff.
[97] Schachermeyer, F., S. 27. [98] Allerdings besaßen die Aigineten wohl nur Pentekonteren, die mit der späteren Machtstellung der Trieren unbrauchbar wurden. Sparta ließ sich von Aigina Geiseln stellen und übergab diese Athen. Damit hatten die Athener ein Faustpfand gegen die Aigineten. „Nun mussten diese die Plünderungen, mit denen sie bisher Attikas Küsten heimzusuchen beliebten, unterlassen.“ (Schachermeyer, F., S. 29.) [99] Vgl. Schachermeyer, F., S. 28. [100] Die Zahlen stammen aus Welwei, K.-W.: Das Klassische Athen, und sind vor dem Hintergrund des späteren athenischen Sieges wohl auch zumindest realistisch. Im Gegensatz dazu spricht Meier von 800 Reitern, 25.000 Fußsoldaten und einer Gesamtstärke des Expeditionskorps von ca. 90.000 Mann, vgl. Meier, C., S. 247. [101] Sohn des Artaphernes des Satrapen von Sardeis und zugleich Neffe des Großkönigs Dareios. [102] Wahrscheinlich war dies nur ein beschränkter Kreis von Sklaven, die ihren Herren schon als Träger und Diener in Schlachten gefolgt waren. [103] Dem Boten wurde von Seiten der Spartaner mitgeteilt, sie würden mit 2.000 Hopliten zu Hilfe kommen, allerdings erst nach altem Brauch nach dem nächsten Vollmond (Vgl. Herodot 6,105,1-6,107,1). So kam es, dass die Spartaner erst zwei Tage nach Vollmond in Athen eintrafen zu einem Zeitpunkt, als die Entscheidung bereits gefallen war. Inwieweit dieser religiöse Brauch unbedingt einzuhalten war, ist fragwürdig. Fakt ist allerdings, dass es keine politischen oder militärischen Gründe für die Verzögerung gab, zumal Athen mit einer sofortigen Hilfe rechnete und laut C. Meier hoffte, die Spartaner würden doch noch über ihren Schatten springen. Es drängt sich die Annahme auf, dass die Perser mit Absicht diesen Zeitpunkt zum Angriff wählten, um Athen zu isolieren. Teilweise wird der Name Hippias als Informant ins Spiel gebracht, den Großkönig Dareios immer noch als Tyrannen in Athen wiedereinsetzen wollte, vgl. Herodot 6,102, Meier, C., S. 248f, Schachermeyer, F., S. 21, 29. [104] Die Perser befanden sich hauptsächlich am Schoinia-Strand, während die Athener das Gebiet vom Agrieliki bis zum Vrana-Tal sicherten und absperrten. [105] Als Variante dieser Schlachtdarstellung gibt Fritz Schachermeyer (S. 30ff) eine von ihm favorisierte Möglichkeit an, die sich im Wesentlichen darauf bezieht, dass die sich in den Reihen der Perser befindlichen Ionier, den Athenern eine List der Perser und den damit verbundenen Abzug großer Teile der Invasionsarmee verraten hätten. Welwei greift dieses Argument auf (S. 36), entkräftet es aber, indem er eine Kommunikation zwischen Ioniern und Athenern diesbezüglich auf dem Schlachtfeld nicht für möglich hält. Seine Ansicht scheint plausibel, obwohl dadurch die Stellung des Miltiades bei den Kämpfen an Wert zunimmt, während Fritz Schachermeyer den Erfolg stärker auf fremde Hilfe zurückführt. Andere Autoren, wie z.B. Oswyn Murry, bejahen die Möglichkeit der ionischen Unterstützung, lassen aber außer Acht, wie diese Nachricht übermittelt worden sein könnte (vgl. Murry, O., S. 342). Das gleiche Gegenargument kann auch bei Herodot angewendet werden, der in 6,115,1-6,116,1 ein Gerücht einbringt, dem zu Folge die Alkmaioniden den Persern, als diese schon auf den Schiffen waren, durch ein Signal den Vorschlag gemacht hätten, nun gegen Athen zu segeln. Allerdings gibt Herodot zu, dass er diese Vermutung selbst nicht glauben könne, da die Alkmaioniden selbst die größten Tyrannenhasser seien (6,121,1-6,124,1). [106] Vgl. Herodot 6,117,2. [107] In der Literatur wird dies die Parosexpedition genannt. [108] Er hatte der Volksversammlung wohl eine mühelose Unterwerfung versprochen. |
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